Puh,
das Schreiben nimmt ganz schön viel Zeit in Anspruch, macht aber Spaß, außerdem
ist es auch angenehm, sich mal von dem ganzen „Trubel“ im Haus abzukoppeln.
Langsam
wirds auch mit dem Jetlag, anfangs bin ich jede Nacht um zwei Uhr aufgewacht,
was bei uns in Europa acht bzw. neun Uhr in der Früh war. Also habe ich
teilweise Zeit auf Facebook verbracht um mich nach dem rechten Geschehen bei
uns zu erkundigen. Das nächste Aufwachen erwartete mich zu Beginn um sechs Uhr,
aber auch das ist jetzt vorbei. Wegen der Hitze steht man hier aber dennoch
gerne früher auf und hat ein wenig mehr vom Tag, was mir eigentlich eh ganz
recht ist!
Der
Plan für diesen Tag war, dass Ferdy und ich zum Handyshop gehen und mir ein
passendes besorgen. Wir waren gestern schon eine Simkarte holen, nur war leider
das iPhone, das eigentlich alles kann, daran schuld, dass ich die Simkarte
nicht verwenden konnte. So war der Plan eben ein neues altes Handy zu kaufen –
back to the roots quasi! Hier das Ergebnis:
| Ein altes Nokia - unkaputtbar! |
Naja,
aber wenn das so schnell gegangen wäre, wärs ja nicht typisch mexikanisch,
dazwischen haben sich noch einige Dinge abgespielt :-) Eigentlich habe ich Ferdy
gefragt, ob er mich weckt, wenn er aufsteht und mich dann nochmals zu dem
TelCel-Shop bringen kann. Hat er eigentlich wie fast zu erwarten war nicht
gemacht, nehm ich ihm aber auch nicht übel! Bin eh auf ihn angewiesen und froh,
dass er soviel Zeit für uns alle aufbringt, während er selbst so viel zu tun
hat!
Jedenfalls
war er arbeiten und ich habe derweil auf ihn gewartet. Irgendwann war er dann
da und wir machten uns auch gleich auf den Weg, was grundsätzlich schon ein
wenig ungewöhnlich war, da sonst immer alles ein wenig länger dauert. Ich kam
dann aber dahinter, dass er noch Geld von der Universidad Mayab bekommt und
vermutlich deshalb so dringend dahin wollte! ;-) Er hat für die Uni
irgendwelche Klamotten geschneidert oder so. Es war aber kein Problem für mich,
so konnte ich den ersten Eindruck von der Uni gewinnen und der war wirklich
atemberaubend! Ein toller Campus und ein riesen Gelände, nur ziemlich außerhalb
der Stadt, was heißt, wir müssen mit dem Bus oder mit einem Auto fahren. Leider
habe ich meine Kamera vergessen und konnte deshalb keine Fotos schießen – die Folgen
aber bestimmt noch, ich hoff zumindest, dass ich noch öfter da vorbeikomme :-D
Hier
dauert auf jeden Fall alles etwas länger, das habe ich schon gemerkt. Es kommt
mir so vor, dass die Mexikaner sehr gerne Smalltalk machen und nicht immer
gleich auf den Punkt kommen. Aber es macht gar nix, mal andere Eindrücke von
einer Kultur zu sammeln und ein wenig auf den Faktor Zeit zu sch*****. Das
nimmt den ganzen Druck weg und lässt den Tag viel mehr genießen. Bin mir nicht
sicher, ob es daran liegt, dass ich noch nicht so viel zu tun habe, aber es
kommt mir so vor, dass hier die Zeit viel langsamer vergeht. Es scheint
zumindest so, als ob ich viel mehr an einem Tag hier erlebe als Österreich.
Hier ist nichts so schnelllebig wie bei uns, alle sind relaxter. Hingegen allen
Eindrücken, die viele hatten ist der Verkehr hier eigentlich sehr ruhig, kaum
jemand hupt (außer Ferdy, der hat ein Hupzeichen, wenn er in der Firma oder
beim Haus ankommt, damit auf jeder weiß, dass er jetzt da ist!).
Jetzt
bin ich zwar kurz vom eigentlichen Thema abgekommen, aber ich denke die
Eindrücke, die ich hier sammle lassen die Leser etwas näher am Geschehen dabei
sein. Nach der Uni sind wir also noch zu einem exklusiven Fitnesscenter
gefahren, in dem ein Normalsterblicher Mexikaner normal nicht hingeht. Er liegt
ebenfalls außerhalb und kostet bis zu 100 Euro im Monat, wenn ich mich recht
erinnere – also auch für Europäer viel Geld! Da wollte Ferdy für die Studenten,
die in seinen Häusern wohnen einen Rabatt herausschlagen und hat verhandelt
während ich nur da stand. Dann fragte er eine Mitarbeiterin, ob sie mir nicht
derweil eine Führung durch das Fitnesscenter geben kann. Ich stimmte zu und
entgegen meiner Erwartungen verstand ich sogar sehr gut, was die Frau meinte
und für was die Geräte sind. Da sie kein Englisch konnte, musste ich mich mit
dem bisschen Spanisch, das ich kann durchschlagen. Es war bzw. ist noch nicht
sehr viel, dafür hat sie aber meine Aussprache gelobt, was mich natürlich sehr
gefreut hat!
Auf
der Fahrt zum Handyshop habe ich dann Ferdy auf die Weise, wie er seinen Tag
plant angesprochen. Er hat gesagt er plant immer so, dass das letzte Ziel immer
wieder sein zu Hause ist. Klingt jetzt irgendwie doof, aber so hat er es mir
erklärt. Er klappert also immer zuerst das Ziel, das am weitesten Weg ist ab
und arbeitet sich dann von da, über andere Ziele die er hat durch. So fährt er
quasi immer in Richtung von seinem Haus und hat nach dem letzten Ziel den
kürzesten Weg zu tun. Und so plant er seinen ganzen Tag. Wir sind dann also das
Handy kaufen gegangen, wie oben schon beschrieben. Im Shopping Center, bei dem
wir das Handy geholt haben, kauften wir dann auch noch etwas zu Essen, für uns
und die anderen.
| Den Sonnenuntergang gibts hier schon ca. um 20:00 |
Heute
stand dann ansonsten nichts mehr auf dem Plan, wir gingen also wieder nach
Hause. Aber wir wären schließlich nicht in Mexiko, wenn sich nicht plötzlich
alles ändern würde. Mica, die schon die ganze Zeit mal abends ans Meer wollte,
bekam nun endlich was sie wollte! Es gibt da anscheinend die besten Clubs, nur fährt
man eben mit dem Auto 20-25 Minuten. Bevor wir dann aufbrachen, kamen plötzlich
vier weitere Hausbesucher, vier FranzosInnen (für alle die Gender mögen :-)),
die auf der Durchreise waren. Es waren also drei Medels und ein Kerl, sie
arbeiten alle in Mexiko City und waren hier auf Urlaub in Yucatan. Sie machten
einen Trip um möglichst viele Sehenswürdigkeiten zu sehen und kannten Ferdy
irgendwoher. Es scheint hier also eine allgemeine Unterkunft für alle jungen
Erwachsenen zu sein, die Ferdy irgendwoher kennt.Mit ihnen starteten wir dann
in Richtung Progreso, a la playa! :-)
| Unsere Crew :-) noch in Mérida |
| In der Stranddisco in Progreso |
Auch
beim Ausgehen sind die Mexikaner ganz anders als in Österreich. Bei uns steht
man erst mal rum und trinkt sich einen an bis man genug Mut hat, selbst zu
tanzen und nicht nur zu beobachten. Ganz anders aber hier – hier hat keiner
Hemmungen zu tanzen wie er will (wobei es eigentlich so aussieht, als ob
wirklich alle tanzen können). Ich habe mich auf jeden Fall mitreißen lassen und
habe den Abend genossen!
| Achja, fast vergessen: in einer Polizeikontrolle sind wir auch gelandet! Die Autos hier schauen übrigens tatsächlich aus wie im Film :-D |
Freu mi schun deine Tanzkünste mit eigenen Augen zu bestaunen ^^
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