Sonntag, 21. Juli 2013

Unas cosas y bailar en Progreso



Puh, das Schreiben nimmt ganz schön viel Zeit in Anspruch, macht aber Spaß, außerdem ist es auch angenehm, sich mal von dem ganzen „Trubel“ im Haus abzukoppeln.

Langsam wirds auch mit dem Jetlag, anfangs bin ich jede Nacht um zwei Uhr aufgewacht, was bei uns in Europa acht bzw. neun Uhr in der Früh war. Also habe ich teilweise Zeit auf Facebook verbracht um mich nach dem rechten Geschehen bei uns zu erkundigen. Das nächste Aufwachen erwartete mich zu Beginn um sechs Uhr, aber auch das ist jetzt vorbei. Wegen der Hitze steht man hier aber dennoch gerne früher auf und hat ein wenig mehr vom Tag, was mir eigentlich eh ganz recht ist!
Der Plan für diesen Tag war, dass Ferdy und ich zum Handyshop gehen und mir ein passendes besorgen. Wir waren gestern schon eine Simkarte holen, nur war leider das iPhone, das eigentlich alles kann, daran schuld, dass ich die Simkarte nicht verwenden konnte. So war der Plan eben ein neues altes Handy zu kaufen – back to the roots quasi! Hier das Ergebnis:

Ein altes Nokia - unkaputtbar!



Naja, aber wenn das so schnell gegangen wäre, wärs ja nicht typisch mexikanisch, dazwischen haben sich noch einige Dinge abgespielt :-) Eigentlich habe ich Ferdy gefragt, ob er mich weckt, wenn er aufsteht und mich dann nochmals zu dem TelCel-Shop bringen kann. Hat er eigentlich wie fast zu erwarten war nicht gemacht, nehm ich ihm aber auch nicht übel! Bin eh auf ihn angewiesen und froh, dass er soviel Zeit für uns alle aufbringt, während er selbst so viel zu tun hat!

Jedenfalls war er arbeiten und ich habe derweil auf ihn gewartet. Irgendwann war er dann da und wir machten uns auch gleich auf den Weg, was grundsätzlich schon ein wenig ungewöhnlich war, da sonst immer alles ein wenig länger dauert. Ich kam dann aber dahinter, dass er noch Geld von der Universidad Mayab bekommt und vermutlich deshalb so dringend dahin wollte! ;-) Er hat für die Uni irgendwelche Klamotten geschneidert oder so. Es war aber kein Problem für mich, so konnte ich den ersten Eindruck von der Uni gewinnen und der war wirklich atemberaubend! Ein toller Campus und ein riesen Gelände, nur ziemlich außerhalb der Stadt, was heißt, wir müssen mit dem Bus oder mit einem Auto fahren. Leider habe ich meine Kamera vergessen und konnte deshalb keine Fotos schießen – die Folgen aber bestimmt noch, ich hoff zumindest, dass ich noch öfter da vorbeikomme :-D

Hier dauert auf jeden Fall alles etwas länger, das habe ich schon gemerkt. Es kommt mir so vor, dass die Mexikaner sehr gerne Smalltalk machen und nicht immer gleich auf den Punkt kommen. Aber es macht gar nix, mal andere Eindrücke von einer Kultur zu sammeln und ein wenig auf den Faktor Zeit zu sch*****. Das nimmt den ganzen Druck weg und lässt den Tag viel mehr genießen. Bin mir nicht sicher, ob es daran liegt, dass ich noch nicht so viel zu tun habe, aber es kommt mir so vor, dass hier die Zeit viel langsamer vergeht. Es scheint zumindest so, als ob ich viel mehr an einem Tag hier erlebe als Österreich. Hier ist nichts so schnelllebig wie bei uns, alle sind relaxter. Hingegen allen Eindrücken, die viele hatten ist der Verkehr hier eigentlich sehr ruhig, kaum jemand hupt (außer Ferdy, der hat ein Hupzeichen, wenn er in der Firma oder beim Haus ankommt, damit auf jeder weiß, dass er jetzt da ist!). 

Jetzt bin ich zwar kurz vom eigentlichen Thema abgekommen, aber ich denke die Eindrücke, die ich hier sammle lassen die Leser etwas näher am Geschehen dabei sein. Nach der Uni sind wir also noch zu einem exklusiven Fitnesscenter gefahren, in dem ein Normalsterblicher Mexikaner normal nicht hingeht. Er liegt ebenfalls außerhalb und kostet bis zu 100 Euro im Monat, wenn ich mich recht erinnere – also auch für Europäer viel Geld! Da wollte Ferdy für die Studenten, die in seinen Häusern wohnen einen Rabatt herausschlagen und hat verhandelt während ich nur da stand. Dann fragte er eine Mitarbeiterin, ob sie mir nicht derweil eine Führung durch das Fitnesscenter geben kann. Ich stimmte zu und entgegen meiner Erwartungen verstand ich sogar sehr gut, was die Frau meinte und für was die Geräte sind. Da sie kein Englisch konnte, musste ich mich mit dem bisschen Spanisch, das ich kann durchschlagen. Es war bzw. ist noch nicht sehr viel, dafür hat sie aber meine Aussprache gelobt, was mich natürlich sehr gefreut hat!

Auf der Fahrt zum Handyshop habe ich dann Ferdy auf die Weise, wie er seinen Tag plant angesprochen. Er hat gesagt er plant immer so, dass das letzte Ziel immer wieder sein zu Hause ist. Klingt jetzt irgendwie doof, aber so hat er es mir erklärt. Er klappert also immer zuerst das Ziel, das am weitesten Weg ist ab und arbeitet sich dann von da, über andere Ziele die er hat durch. So fährt er quasi immer in Richtung von seinem Haus und hat nach dem letzten Ziel den kürzesten Weg zu tun. Und so plant er seinen ganzen Tag. Wir sind dann also das Handy kaufen gegangen, wie oben schon beschrieben. Im Shopping Center, bei dem wir das Handy geholt haben, kauften wir dann auch noch etwas zu Essen, für uns und die anderen. 

Den Sonnenuntergang gibts hier schon ca. um 20:00

Heute stand dann ansonsten nichts mehr auf dem Plan, wir gingen also wieder nach Hause. Aber wir wären schließlich nicht in Mexiko, wenn sich nicht plötzlich alles ändern würde. Mica, die schon die ganze Zeit mal abends ans Meer wollte, bekam nun endlich was sie wollte! Es gibt da anscheinend die besten Clubs, nur fährt man eben mit dem Auto 20-25 Minuten. Bevor wir dann aufbrachen, kamen plötzlich vier weitere Hausbesucher, vier FranzosInnen (für alle die Gender mögen :-)), die auf der Durchreise waren. Es waren also drei Medels und ein Kerl, sie arbeiten alle in Mexiko City und waren hier auf Urlaub in Yucatan. Sie machten einen Trip um möglichst viele Sehenswürdigkeiten zu sehen und kannten Ferdy irgendwoher. Es scheint hier also eine allgemeine Unterkunft für alle jungen Erwachsenen zu sein, die Ferdy irgendwoher kennt.Mit ihnen starteten wir dann in Richtung Progreso, a la playa! :-) 

Unsere Crew :-) noch in Mérida
In der Stranddisco in Progreso


Auch beim Ausgehen sind die Mexikaner ganz anders als in Österreich. Bei uns steht man erst mal rum und trinkt sich einen an bis man genug Mut hat, selbst zu tanzen und nicht nur zu beobachten. Ganz anders aber hier – hier hat keiner Hemmungen zu tanzen wie er will (wobei es eigentlich so aussieht, als ob wirklich alle tanzen können). Ich habe mich auf jeden Fall mitreißen lassen und habe den Abend genossen! 

Achja, fast vergessen: in einer Polizeikontrolle sind wir auch gelandet! Die Autos hier schauen übrigens tatsächlich aus wie im Film :-D

1 Kommentar: